Medaille „München leuchtet" in Gold für Architekt Peter Lanz
Den alljährlichen Kulturempfang der Stadt München, zu dem am Montag an die 600 Kulturschaffende aus allen Bereichen in den Innenhof des Münchner Volkstheaters gekommen waren, nutzte Oberbürgermeister Christian Ude in diesem Jahr auch, um einen Wahl-Münchner zu ehren, der das Bild der Stadt „mit seinem schier unerschöpflichen kreativen Geist und seiner unermüdlichen Schaffenskraft in seiner über 50-jährigen Arbeit auf nachhaltigste Weise geprägt und bereichert hat". Ude überreichte dem Architekten Peter Lanz die Medaille „München leuchtet - Den Freunden Münchens" in Gold. Mit den zahlreichen Bauwerken, die in München nach seinen Plänen entstanden seien, habe Lanz einen herausragenden, prägenden Anteil am zeitgenössischen Erscheinungsbild der Stadt, würdigte Ude die Verdienste des 80-Jährigen. Als Beispiele für bauliche Akzente, die der Geehrte in der Stadt gesetzt hat, führte Ude u.a. das Mercedes-Center an der Donnersbergerbrücke, das Mathäser-Kino-Zentrum in der Bayerstraße, die beiden U-Bahnhöfe Dülferstraße und Feldmoching sowie die Schellinghöfe als Beispiel gelungener Stadtreparatur an städtebaulich bedeutsamer Stelle an.
Über diese stadtbildprägende, planerische Arbeit hinaus habe Lanz sich aber auch in zahlreichen Gremien engagiert, betonte Ude. Von 1974 bis 1978 war er Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Architekten, von 1978 bis 2000 zunächst Vizepräsident, ab 1992 dann Präsident des Verbandes der Freien Berufe in Bayern. Parallel dazu engagierte sich Peter Lanz von 1979 bis 1987 auch im Vorstand der Bayerischen Architektenkammer, von 1986 bis 1998 im Bayerischen Senat und von 1998 bis 2002 als Mitglied des Rundfunkrats. „Als langjähriges Mitglied der Münchner Stadtgestaltungskommission hat sich Peter Lanz immer wieder als leidenschaftlicher, erforderlichenfalls auch als wortgewaltiger Kämpfer für Qualität hervorgetan”, so Ude.
Peter Lanz, geboren am 27. Mai 1930 in Berlin, habe bereits als Elfjähriger erste Erfolge im Baugewerbe feiern können, als er den ersten Preis beim Sandburgen-Bauen an der Ostsee gewann, wusste Ude zu berichten. Nach einer Maurerlehre studierte Lanz von 1951 bis 1954 an der Münchner Staatsbauschule, die er als Jahrgangsbester abschloss. Anschließend studierte er Architektur an der TU München und arbeitete parallel dazu bereits im Architekturbüro von Sep und Franz Ruf, wo er u.a. am Neubau der Architekturfakultät an der Karlstraße mitwirkte. Nach seinem Studienabschluss gründete Peter Lanz 1958 sein eigenes Architekturbüro.
Für seine Arbeiten erhielt Peter Lanz zahlreiche Preise. Allein von der Stadt München wurde Lanz viermal mit dem Preis für guten Wohnungsbau sowie mit dem Kulturellen Förderpreis für Architekten und einem Preis im Wettbewerb Denkmalschutz und Neues Bauen für das Campari-Haus am Altstadtring ausgezeichnet. Er bekam außerdem den Bayerischen Verdienstorden, das Bundesverdienstkreuz und die Staatsmedaille für besondere Verdienste um die Bayerische Wirtschaft verliehen. „Wenn ich als gebürtiger Berliner aber die Medaille ‚München leuchtet‘ erhalte, dann ist das etwas ganz Besonderes - die Erfüllung nach fast 60 Jahren in Bayern", betonte Lanz.
Vor der Ehrung von Peter Lanz hatte Ude beim Kulturempfang auf das breit gefächerte Engagement der Stadt für die Kultur aufmerksam gemacht. So seien die rund 30 Stadtteilkulturzentren in München heute trotz Finanzkrise besser ausgestattet denn je. Auch die Idee eines Kreativquartiers werde er vorantreiben, versprach Ude. Und mit dem geplanten NS- Dokumentationszentrum werde bis 2013 vollendet, was mit dem Jüdischen Zentrum am St.-Jakobs-Platz an Aufarbeitung der Geschichte der Stadt begonnen wurde.

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