Sanierung im Gärtnerplatzviertel
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Blick auf die Fassade
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"Die Sanierung des im klassizistischen Baustil um 1865 errichteten, unter Denkmalschutz stehenden Wohnhauses in der Reichenbachstraße ist ein herausragendes Beispiel für den Umgang mit historischer Bausubstanz."
ProjektbeschreibungDas Gebäude wurde als Ensemble mit dem Anwesen Reichenbachstrasse Nummer 24 errichtet. Bei dem spiegelbildlich errichteten Nachbargebäude ist die historische, reich gegliederte und stuckierte Fassade erhalten geblieben; an dem Gebäude Reichenbachstrasse 22 wurde der Stuck in den 1960 - er Jahren abgeschlagen.
Der fehlende Bauunterhalt der letzten Jahrzehnte war dem Gebäude deutlich anzusehen, die wenigen getätigten Investitionen führten zur Schwächung des Gesamterscheinungsbilds: Fassadenfenster wurden ohne Teilung und Sprossen eingebaut, Treppenhausbeläge wurden „putzfreundlich" erneuert; Wohnungstüren wurden ohne Profilierungen erneuert.
MaßnahmenDie Fassade (Fenster mit Teilungen/ neuer Stuck/ Verblechungen mit knappen Abkantungen) wurde mit viel Zeitaufwand originalgetreu rekonstruiert und bildet nun wieder ein Ensemble mit dem Nachbargebäude.
Das Treppenhaus als eines der letzten Treppenhäuser in München mit einer historischen Eisenkonstruktion wurde aufwendig restauriert.
Auf der Hofseite wurden Balkone und ein Aufzug angebaut, die zum historischen Bestand kontrastieren und gleichzeitig mit der Detailausbildung (Geländer) den Bezug zur Entstehungszeit des Gebäudes herstellen.
Im ehemaligen Speicher wird ein modernes Penthouse neu errichtet und kontrastiert zum historischen Bestand.
Durch die Sanierung des Gemeinschaftseigentums wurde zum einen die historische, städtebauliche Ensemblewirkung im Straßenraum wiederhergestellt, zum anderen wurde durch den Anbau der Balkone und des Aufzuges, dem Ausbau des Dachgeschosses sowie der Erneuerung der gesamten Haustechnik eine Revitalisierung durchgeführt, die eine zeitgemäße Wohnraumnutzung im dichten innerstädtischen Umfeld ermöglicht.
Ausgezeichnet mit dem Fassadenpreis der Landeshauptstadt München
Der jährlich durchgeführte Wettbewerb ist vielen anderen Städten Deutschlands zum Vorbild geworden. Mit der Verleihung des Fassadenpreises möchte der Münchner Stadtrat besondere Leistungen anerkennen und seinen Dank für den Erhalt des überlieferten und unverwechselbaren Erscheinungsbilds der Landeshauptstadt aussprechen.
ProjektdatenBaujahr um 1865
Baustil spätklassizistisch
Bestand 12 Wohnungen sowie im Erdgeschoss ein Lokal und eine Ladeneinheit.
Status denkmalgeschützt
Standort Reichenbachstraße 22, 80469 München -
Kartenansicht
Begründung der Jury Jung, schön und noch zu haben
Die Sanierung des im klassizistischen Baustil um 1865 errichteten, unter Denkmalschutz stehenden Wohnhauses in der Reichenbachstraße ist ein herausragendes Beispiel für den Umgang mit historischer Bausubstanz. Die in den 1960er Jahren abgeschlagene historische Stuckfassade wurde nach Befunden originalgetreu wiederhergestellt und bildet heute wieder ein Ensemble mit dem Nachbargebäude. Ebenso wurde das Treppenhaus als eines der letzten Treppenhäuser in München mit einer historischen Eisenkonstruktion mit großer Sorgfalt restauriert.
Alt und Neu gehen eine Synergie ein, die selbstverständlich und angenehm unspektakulär wirkt. Auf der Hofseite wurden Balkone und ein Aufzug angebaut, die im klaren Kontrast zum Bestand stehen. In das auf dem ehemaligen Speicher errichtete Penthaus möchte man am liebsten gleich einziehen, es ist jedoch so jung und ausnehmend schön, dass es nicht mehr zu haben ist. Aber auch die weiteren Wohnungen - gesamt 12 - haben durch den Umbau an Wohnqualität und Großzügigkeit gewonnen. Kleine Räume wurden zusammengelegt, die Mittelflurzone in die Wohn-Grundrisse integriert.
Architekten des Projektes sind T. Unterlandstätter und M. Schmöller. Sie haben ihre Sache nicht nur gut sondern ausgezeichnet gemacht.

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