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Wir waren für Sie bei der OPEN SCALE Summer School

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Interessante Denkansätze


Beim Workshop


Gunnar Heipp (Stadtwerke München) im Gespräch mit den Teams

Am Donnerstag fand in der ehemaligen Gaszählerwerkstatt  auf dem Gelände der Stadtwerke-Zentrale der Auftakt zur OPEN SCALE Summer School statt. Zahlreiche Interessierte kamen, um zu sehen, welche Fortschritte die sieben Teams gemacht haben.

Stadtbaurätin Prof. Dr.(I) Elisabeth Merk eröffnete die Veranstaltung mit einer Einführungsrede, die sich mit der Bildhaftigkeit und somit Identifizierung von Stadt auseinandersetzte. „Jede Generation muss selber definieren was Stadt heißt.“, so Merk. Sie sieht es als große Wichtigkeit, die Ideen zur Stadt aller Personen zu kennen – besonders die junger Menschen. Es gibt viele Ideen zur Veränderung, nur wenige können am Ende des Tages realisiert werden.

Im Anschluss stellte Moderatorin Dina Strasse (PlanTreff München) die Experten vor, die beim Workshop mit den Teams arbeiten und neue Richtungen weisen werden.

Der Jazzmusiker, Komponist und Improvisationstheoretiker Christopher Dell erklärte auf sehr humorvolle Art und Weise seine Interpretation zum „Improvisationsraum Stadt“.

Nach einer Pause präsentierten die einzelnen Teams ihre Projekte – um die Weiterentwicklung nach den Vorschlägen der Jury zu zeigen.  (HIER geht es zum Vorbericht)

Die Teams und ihre Vorschläge

Team Hofgemeinschaft – Hinterhof 8

machte eine Art Bestandsaufnahme: Warum sind Hinterhöfe in München so, wie sie sind? Was kann in diesen Zonen passieren? Zunächst einmal wurde der Bestand analysiert.  Ursachen hierfür sind Abstandsflächen, die eingehalten werden müssen, die Bauverordnung, Grenzen (Mauern) die gezogen werden, um Schutz und Sicherheit zu symbolisieren, aber auch das Auto, das in Deutschland einen sehr hohen Stellenwert besitzt.  Lösungsvorschläge der Gruppe waren das Gründen einer Gemeinschaft verschiedener Experten, die sogenannte „Taskforce Hinterhof 8“. Weiterhin wurde vorgeschlagen, die Hinterhöfe mit verschiedenen Nutzungen (temporäre Objekte, Aktionen) zu verwenden.

Im Anschluss hatte das Publikum mit den Experten gemeinsam die Möglichkeit, dem Team Fragen zu stellen, bzw. Tipps zu geben. Die Neugier war groß, manifestiert in Fragen wie: „Welche Funktion übernimmt das Team in der Taskforce?“ oder „Wie kann man einen Freiraum erzeugen?“

Team haustuning – Hybrid Giesing

analysierte verschiedene Münchner Stadien und schuf dazu passende Szenarien. Doch Hauptaugenmerk lag auf dem 60er Stadion in Giesing. Das Team stellt sich das neue Stadion als städtebauliches Landmark vor, das ein neues Tor nach Grünwald schafft. Hierzu würde man die Sportstätte als Quartier umnutzen und somit das Gebäude nicht nur Vereinen, sondern der Öffentlichkeit zugänglich machen, indem man Wohnen, Kultur und Einkaufen dort ansiedelt.

Ein Vorschlag des Publikums war der Bezug zur Winterolympiade. Wie könnte man in diesem Fall das Stadion miteinbeziehen? Weiterhin wurde nach den Öffnungen des Stadions gefragt. In der Regel handelt es sich hierbei um introvertierte Gebäude. Das Team sollte sich hierzu Gedanken machen. Auch wurde gefragt, was mit dem Rasen passiert, wenn das Stadion anderweitig genutzt würde. Hierzu bezog man sich häufig auf die „Heiligkeit“, die solch ein Rasen einnehmen kann.

Team Le Grand Munich – Le Grand Munich

befasste sich mit der Thematik der Klischees, die mit München verbunden werden. Hierzu sahen sie eine Verstärkung der Qualitäten der fünf einzelnen Bezirke vor. Was würde geschehen, wenn man den Bezirken mehr Autonomie gewähren würde? Das Team zeigte dies anhand eines epischen Textes für den Münchner Norden auf.

Das Publikum sah darin ein Problem, dass das Team utopische Lösungen propagierte anstatt die konkrete Problematik zu präzisieren. Die Bezirke würden zu sehr stilisiert.

Team Das Vierte Haus – München, Du bist...

analysierte den Roman „Planetenfeuer“ von Max Haushofer und beschrieb ausführlich Utopien, die vor rund hundert Jahren beschrieben wurden und nun in der Gegenwart tatsächlich vorkommen. Das Team möchte das Buch dem Münchner zugänglich machen, indem es beispielsweise Szenen nachspielt.

Das Publikum kritisierte die Verständlichkeit der Übermittlung und sah keinen Bezug zu München. Wie will das Team das Buch auf den heutigen Münchner übertragen?

Team Agropolis – Agropolis

konzentrierte sich in seiner Arbeit auf das Gebiet in Freiham. Würde man das Gebiet für Landwirtschaft umnutzen, könnte sich der Münchner Westen komplett autark versorgen, was auch eine Aufwertung des Gebietes mit sich ziehen würde. Man könnte das Gebiet um den Radius von knapp 150 km erweitern, was zusätzlich eine weitere Vielfalt an Gemüse- und Obstsorten mit sich bringen würde. HIER geht es zur Homepage vom Team Agropolis.

Das Publikum fragte sich, ob das Projekt nur den Anbau von Gemüse vorsehe oder ob man in dem Fall auch die Zucht von Tieren miteinbeziehen würde. Weiterhin fragte man sich, wer die Kosten decken würde.

Team Tourette – Bitte besetzen und gestalten
arbeitete am Thema weiter und zeigte auf, dass der Bedarf nach Zwischennutzungen in leer stehenden Räumen hoch ist. Das Team will nun eine Plattform entwickeln, die sich mit dem Flächennutzungsmanagement befasst. Der sogenannte „Fair Space“ kann dann im Internet für einen bestimmten Zeitraum geliehen werden. Das Team sieht kulturelle, soziale aber auch gewerbliche Nutzungen vor, die sich über einen Zeitraum von einer abendlichen Veranstaltung bis zu sechs Monaten ziehen können.

Eine große Frage, die aufkam, war die nach der genauen Dauer der Zwischennutzung. Auch wurde der zeitliche Aufwand der Initiatoren hinterfragt.

Team Teamwerk – New Muh – New Munich Urban Housing

analysierte München anhand der Verkehrsbrachen innerhalb der Stadt. Die Analyse ergab, dass es viele ungenutzte Flächen mit Potential gibt. Anhand von drei konkreten Orten wollte das Team diese analysieren und die Defizite aufzeigen. Vielleicht ließen sich diese Brachen durch Grünflächen bzw. Naherholung aufwerten.

Kritikpunkt war, dass man sich schwer vorstellen kann, freiwillig an der Autobahn zu wohnen. Die Verlegung der Straßen zu Gunsten der Potentiale der Brachen ist auch im innerstädtischen Bereich schwer möglich.

Der zweite Tag

Am Freitag fand man sich erholt und mit neuen Gedanken wieder ein, um am Workshop teilzunehmen. In der ersten Runde gingen die Experten mit Unterstützung der Stadt (Lokalbaukommission, Planungsreferat) von Gruppe zu Gruppe und diskutierten die Problematik bzw. mögliche Lösungsansätze in einer halben Stunde gemeinsam durch. Nach der ersten Runde konnten sich die Teams Experten zu sich holen, um noch mal spezifische Fragen zu klären.

Die Teams haben die Möglichkeit, sich bis zur Abgabe am 14. September immer wieder mit den Experten auszutauschen um die richtige Richtung beizubehalten. Alle erlebten diesen Workshop als sehr hilfreich und werden sicherlich auch größtenteils diese Unterstützung in Anspruch nehmen.

Wir sind gespannt, was diesen August noch alles stattfinden wird und freuen uns umso mehr auf die Verkündung der Gewinner im November.


Die Experten

Prof. Maria Auböck, Akademie der Bildenden Künste, München
Markus Bader, raumlabor, Berlin
Prof. Ruth Berktold, Hochschule München, Fakultät für Architektur
Christopher Dell, Institut für Improvisationstechnologie, Berlin
Gunnar Heipp, Stadtwerke München GmbH
Markus Miessen, Studio Miessen, Berlin
Ritz Ritzer, bogevischs buero, München
Sabine Straub, Künstlerin, München
Wouter Vanstiphout, Crimson Architectural Historians, Rotterdam / Akademie der Bildenden Künste, Wien

MM

BE URBAN ist Medienpartner von OPEN SCALE.

Erfahren Sie HIER mehr über OPEN SCALE.

Fotograf: Edward Beierle

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