Zum 20. Mal wurde der BDA Preis Bayern vergeben. Seit der erstmaligen Auslobung im Jahr 1967 ist dieser Preis unter Architekten heiß begehrt.
Die Verleihung fand am 13. Februar in der Fachhochschule München statt und war aufgrund des Jubiläums nicht nur eine Würdigung der Preisträger, sondern eine festliche Veranstaltung bei der auch der neue grafische Auftritt präsentiert wurde. Das neue Logo wird den Preisträgern in Form einer Plakette verliehen, die an der Fassade des prämierten Gebäudes angebracht werden soll.
Das Logo erinnert durchaus etwas an eine Zielscheibe... Im besten Falle soll es heißen: Mit dieser Architektur hast du ins Schwarze getroffen?!
Der Landesvorsitzende des BDA Bayern Karlheinz Beer, erläuterte die Beurteilungskriterien für den Preis in seiner einführenden Begrüßung: „Der BDA Preis würdigt im besonderen Maße Projekte, die sich den Herausforderungen unserer Zeit erfolgreich gestellt haben und wesentlich zur Baukultur in unserem Land beigetragen haben. Es sind nicht die fantastischen Utopien, die wir mit diesem Preis herausstellen, es sind die Projekte der alltäglichen Bauaufgaben, die auf meisterhafte Weise durch Architektur überzeugen und all jenen das denkbar beste Gegenargument liefern, die behaupten, architektonische Qualität koste zusätzlich Geld. Und vielleicht sind dies in der heutigen Zeit eben doch die erhofften Utopien, die dabei Realität wurden und stolz als Bauwerke von der schöpferischen Kraft ihrer Bauherren und Architekten zeugen."
Die Moderation des gesamten Abends übernahmen Muck Petzet und Marco Goetz, die im Smoking auf der Bühne eine wirklich gute Figur abgaben. Eine sehr nette Idee war es, die Preise durch ehemalige Preisträger aus den 1960er bis 1980er Jahren (nicht Geburtsjahr sondern Prämierungsjahr) überreichen zu lassen. Das amüsante war dabei, dass die Ehemaligen den aktuellen Preisträgern weitestgehend die Show stahlen. Einige hatten zwar etwas Mühe die hohe Bühne zu erklimmen, waren aber durchaus im Stande Ihre gekürten Projekte - die per Beamer gezeigten wurden - ausführlich zu erläutern und mit einigen Anekdoten zu würzen. Auch die Kommentare derLaudatoren zu den nominierten Projekten waren teils derart unverblümt, dass das Publikum mehrfach laut lachen musste. So erklärte Franz Riepl, Jahrgang 1932, dass er keines der von ihm vorzustellenden Projekte kennen würde und wunderte sich über ihre "Aufwändigkeit" als er sie sah. Er präsentierte die Kategorie "Umbau" und meinte zu Peter Haimerls schwarzem Haus welches auch zwei weiße Seiten hat: "Merkwürdig, heutzutage haben die Häuser mehrere verschiedene Seiten, früher war das anders." Und als er dem Preisträger Architekt Kehrbaum aus Augsburg, der für sich selbst gebaut hatte, die Plakette überreichte, sagte Riepl: "Hoffentlich haben Sie beim Bau keine Scherereien mit der Verwandtschaft gehabt." Ein weiterer Laudator beschwerte sich sehr deutlich über die fehlende Darstellung der umliegenden Bebauung bei allen Projekten und meinte "So etwas hätte es früher nicht gegeben...".
Die FH war als festlicher Veranstaltungsort mit ihrem spröden Charme nicht ganz ideal. Das Foyer war im hinteren Bereich noch mit Bauplanen abgeteilt und der "Saal" im ersten OG wo die Preisverleihung stattfand, wirkte mit dem Luftraum zwar großzügig aber etwas zugig. Vor allem als die Lüftungsklappen sich aus Gründen einer Überhitzung öffneten fühlte man sich eher wie an Deck eines Dampfers als bei einer Nobelarchitekturpreisverleihung. Die Projektion des Logos an die Decke des Lichthofes hatte zur Wärmentwicklung geführt und diese Maßnahme automatisch ausgelöst...
In den Geschossen darüber waren und sind noch die eingereichten Arbeiten zu sehen. Größtenteils stehen sie auf dem Boden und leider kann man die, an den Geländern lehnenden Tafeln, bei Kunstlicht nicht wirklich gut lesen.
Das Catering hatte man dem jüdischen Szenelokal Schmock überlassen. Die große Menge Kellner hinter den mit duftenden Liliensträußen geschmückten Tischen - alle in grünen Jacken - waren extrem professionell und schnell. Der Wein war sehr gut und das eher ungewöhnliche koschere Essen auch. Es kam nur sehr spät. Denn wie fast bei jeder Veranstaltung dieser Art verzögerte sich der gesamte Ablauf durch viele kleine "Überziehungen". Das größtenteils stehende Publikum (warum es nicht mehr Stühle gab weiß man nicht - Platz wäre gewesen) war für 19.00 Uhr eingeladen. Die Vergabe von acht! Preisen (inkl. Publikums- und Jurypreis) dauert seine Zeit. Get together mit Buffeteröffnung fand gegen 21.30 Uhr statt. Geplant war offensichtlich die ganze Veranstaltung in einer Party enden zu lassen. Das kann aber nicht klappen, wenn der DJ im Geschoss drunter zwischen Garderobe und Sponsoren-Exponate-Tisch postiert ist.
Das erste Mal wurden die Preise in verschiedenen Kategorien vergeben, was bei 180 Einreichungen sicher Sinn macht und - so vermuten die Auslober - auch Grund für die große Teilnehmerzahl war. Die Preisträger wurden erst bekannt gegeben, nachdem alle drei in der jeweiligen Kategorie nominierten Arbeiten vorgestellt wurden. Das machte die Sache auf Kosten der "Verlierer" spannend. Die meisten Architekten nahmen ihre Preise voller Würde und recht wortkarg entgegen. Da waren die weiblichen Vertreter des Projektes Hofgut Hafnerleiten, welches in der Kategorie "Bauen für die Gemeinschaft" für ihre 6 Gästehütten gekürt wurde, eine erfrischende Abwechslung. Die Bühne war so voll wie sonst nie: Achim Kammerer, Veronica Kammerer und Anke Lorber, die das studio lot leiten zusammen mit Claudia Heiss, Projektleitung und dem Landschaftsarchitekten Wolfgang Wagenhäuser sowie der Bauherrin der Gästehütten Anja Horn. ![]()
Frau Kammerer im schwarz gemusterten Kleid, welches dem neuen Logo sehr ähnlich sah (als hätte sie es gewusst) und die Bauherrin im Leopardenprint-Jacket ließen ihrer Freude freien Lauf und fielen sich unter spitzen Schreien in die Arme. Das ganze durften wir sogar zwei Mal erleben, denn studio lot gewann zusätzlich einen der beiden Publikumspreise!
Der Publikumspreis sorgte auch dieses Mal für Aufregung. Nachdem er vor drei Jahren nicht vergeben werden konnte, weil Hacker die Abstimmung über das Onlineportal der Süddeutschen Zeitung manipuliert hatten, kam Herr Graff, Leiter der Kultur dieses Mal wieder mit den Worten: "Wir können keinen Publikumspreis vergeben" auf die Bühne. Zum Glück stellte sich dann heraus, dass man zwei Preise in dieser Kategorie vergeben müsse, da jeweils exakt 198 Stimmen auf das schwarze Haus von Peter Haimerl und die 6 Gästehütten in Bad Birnbach entfielen. Unglaublich.
Der Vorsitzende der Jury Prof. Krischanitz aus Wien erklärte wie schwierig Jury-Entscheidungen seien. Um die Sache noch ein wenig schwieriger zu machen, aber das Ergebnis besser, sollte man für eine Jury nicht lauter ähnlich denkende Fachleute nehmen, sondern lieber "aus jedem Dorfe einen Hund" . So kam eine internationale und tatsächlich sehr bunte Jurorenschaft zusammen, die sich für die folgenden Projekte entschieden hat:
Preisträger und Nominierte in den einzelnen Kategorien finden Sie bei den Wettbewerbsergebnissen.
Alle weiteren Informationen wie Photos von den nominierten Projekten und Informationen zu den Jurymitgliedern finden Sie auf www.bda-preis-bayern.de
Text Regine Geibel
Photos Edward Beierle

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