Im Verfahren selbst – bei Siemens spricht man gern von einem „Architektenwettbewerb“, was es aber bei genauerer Betrachtung nicht ist – setzten sich Henning Larsen Architects gegen 11 Mitbewerber: Allmann Sattler Wappner, Auer+Weber+Assoziierte, Baumschlager Eberle, Hascher + Jehle, Hopkins Architectsi, ingenhoven architects, JSWD Architekten, Léon Wohlhage Wernik Architekten, Rafael de la Hoz Arquitectos, schmidt hammer lassen architects und Schneider+schumacher Architekturgesellschaft durch. Das Konzept der Kopenhagener überzeugte mit einem durchgängigen Nachhaltigkeitsansatz, der höchste internationale Standards an Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz erfüllt, und fügt sich architektonisch in gelungener Weise in die angrenzenden Gebäudeensembles ein.
Weiter heißt es dazu im Protokoll: „Dem Siegerentwurf gelingt es mit einer selbstbewussten und zugleich sensiblen Herangehensweise eine neue städtebauliche Qualität in die bestehende Stadt einzubringen. Durch die großzügige Öffnung zum Oskar-von-Miller-Ring entsteht eine neue selbstbewusste Adresse für die Siemens-Konzernzentrale. Der begrünte Vorplatz gewinnt plötzlich eine neue Bedeutung am Übergang von der Altstadt zum Kunstareal und eröffnet dadurch eine Chance für die Innenstadtentwicklung. Der Wittelsbacherplatz wird als Ensemble respektiert; durch die Freistellung des Ludwig-Ferdinand-Palais ergibt sich eine großzügige Eingangssituation. Im Inneren entsteht ein durchgehendes Raumerlebnis in der Abfolge von unterschiedlichen Höfen, die jeweils eigene stadträumliche Identitäten durch Nutzungsvielfalt und gestalterische Themen bilden.“
Der Jury gehörten neben Siemens-Vorstandschef Peter Löscher und den Siemens-Vorständen Brigitte Ederer und Joe Kaeser auch Oberbürgermeister Christian Ude, Stadtbaurätin Elisabeth Merk, Vertreter der Fraktionen des Stadtrats und des Bezirksausschusses sowie Experten für Architektur, Stadtplanung und Landschaftspflege an.
Als denkmalgeschütztes Prunkstück bleibt das von Leo von Klenze im 19. Jahrhundert erbaute klassizistische Palais am Wittelsbacherplatz erhalten. Das Areal der Unternehmenszentrale wird durch Fußgängerpassagen und lebendig gestaltete, begrünte Innenhöfe für die Öffentlichkeit zugänglich und verbindet den historischen Stadtkern mit dem Museumsviertel der Stadt. Kulturelle Angebote, Cafés und Bistros laden die Passanten zum Verweilen ein.
Die Innenarchitektur des Neubaukonzepts setzt, so die Jury, „ein modernes und flexibles Arbeitsumfeld für bis zu 1.200 Mitarbeiter der Konzernzentrale und des neuen Sektors Infrastructure & Cities um. Dazu gehören helle, Licht durchflutete Büros, die die Kommunikation und Teamarbeit fördern, ebenso wie großzügige Besprechungs- und Konferenzräume mit modernster technischer Ausstattung.“
Die Bauarbeiten an der neuen Konzernzentrale werden voraussichtlich im Herbst 2012 beginnen und sollen Ende 2015 abgeschlossen sein. Der Bezug der neuen Zentrale ist für 2016 geplant.
Siemens Headquarter Wittelsbacherplatz | neue Fotos
Juni 2011 | Als wir am 30. Juni pünktlich um 18:30 Uhr anlässlich der Neugestaltung des Münchner Firmensitzes in der Konzernzentrale am Wittelsbacherplatz eintrafen, teilte man uns nonchalant mit, die Pressekonferenz sei kurzfristig um zwei Stunden vorverlegt worden, weil das Ergebnis früher als erwartet festgestanden habe, bereits vorbei, und im Übrigen wäre 18:30 Uhr für die Tagespresse und das Fernsehen eh' zu spät gewesen... Offensichtlich hat Siemens seine eigenen Uhrzeiten.

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