Rund 100 Teilnehmer fanden sich zur Auftaktveranstaltung des Netzwerks „Holz im Geschosswohnungsbau“ am 23.5. im Münchner Bauzentrum in der Willy-Brandt-Allee ein. Geladen hatte das Bauzentrum München unter deren Dach das Netzwerk Holzbau in den nächsten drei Jahren seine Aktivitäten entfalten kann.Ein neues Zeitalter im Holzbau hat begonnen. Wurde Holz als Baustoff von Hochhäusern in der Vergangenheit immer mehr verdrängt, entstanden in den letzten Jahren in ganz Europa wieder eine Reihe von Gebäuden, die die Möglichkeiten des Rohstoffs für diese Bauweise unter modernen Anforderungen wiederbelebt haben. Eindrucksvolle Beispiele mit bis zu neun Geschossen stehen in Berlin, London und Växjo in Schweden. Aktuell entsteht in Bad Aibling bei Rosenheim ein achtgeschossiges Holzgebäude.
Die Möglichkeiten zur Errichtung derartiger Gebäude wurden in den letzten Jahren ausgiebig erforscht, in Bayern insbesondere im Projekt „Holzbau der Zukunft“. V. a. angesichts der Erkenntnis, dass Holzbau angewandter Klimaschutz ist, weil der Rohstoff einerseits energieeffizient aufwächst und zu verarbeiten ist und andererseits das Treibhausgas CO2 speichern kann, fasste der Münchner Stadtrat im Jahr 2010 den Beschluß ein Netzwerk zur Förderung der Holzverwendung im städtischen Geschosswohnungsbau zu fördern.
Bei der Auftaktveranstaltung wurden eine Reihe aktueller Beispiele von Josef Huber (Fa. Huber & Sohn, Bachmehring) und Prof. Hermann Kaufmann (TU München) detailliert vorgestellt. Dr. Michael Lutze informierte über die aktuelle und nachhaltige Verfügbarkeit des Baustoffs aus der Sicht der bayerischen Landesanstalt für Wald und Forstwirtschaft und konnte zur weiteren Nutzung des Rohstoffs einladen. Mittel- und langfristig werde sich die Struktur des angebotenen Holz in Bezug auf Holzarten und -dimensionen ändern, daher bleibt die Situation weiterhin spannend.
Nach der Vorstellung des Netzwerks von Netzwerkleiter Herbert Danner, wurden die Teilnehmer der Veranstaltung von Roland Gräbel, dem Leiter des Bauzentrums München gebeten ihre Erwartungen und Mitwirkungsmöglichkeiten zu äußern. Die Vielzahl der Wortmeldungen konnten anschließend in die sechs Themenfelder Baurecht und Genehmigungen, Bildung und Qualitätssicherung, Investition und Wirtschaftlichkeit, Ökologie und Wohngesundheit, Nachhaltigkeit und Kommunikation gegliedert werden. Konkret sollen in dem zunächst für drei Jahre von der Stadt finanzierten Netzwerk in Kürze der Kontakt mit Genehmigungsbehörden, Architekten und holzbauerfahrenen Praktikern vermittelt werden. Ein weiteres Beispiel für mögliche Aktivitäten des Netzwerkes ist die Erarbeitung eines Leitfadens zur Erstellung genehmigungsfähiger Anträge für den Bau von Geschosswohnungsgebäuden aus Holz.

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