Die Tagung des SRL widmet sich dem Verhältnis von integrierter Stadtentwicklung und baukulturellem Erbe; Bamberg als Austragungsort, dient als Exempel.
Das baukulturelle Erbe unserer Städte unterliegt vielfältigen Ansprüchen: der ökonomischen Verwertung, der energetischen Effizienzsteigerung, der adäquaten Nutzung gemäß heutiger Ansprüche, um nur einige zu nennen. All dies löst städtebauliche Spannungen und planerisches Handeln aus.
Konzepte für die Zukunftsfähigkeit der historischen Städte im Sinne einer Verstärkung der Alltagstauglichkeit jenseits einer Festivalisierung sind gefragt. Die SRL stellt deshalb in Kooperation mit der Petra-Kelly-Stiftung die Frage der planerischen Bewältigung von Problemen des gesellschaftlichen Wandels in Städten mit starkem historischen Kontext in den Mittelpunkt ihrer Halbjahrestagung 2012.
Der Tagungsort in Bamberg ist bereits Gegenstand der Tagungsthematik. Wir tagen auf dem Gelände der Landesgartenschau 2012. Hier wurde eine ehemalige Baumwollspinnerei in Teilen abgerissen, umgenutzt und durch Neubauten ergänzt. Nach der Landesgartenschau wird die "ERBA-Insel" in einen kleineren Stadtteilpark, zum Wohnen und für Universitätsnutzungen umgewidmet.
Bamberg steht für viele Menschen stellvertretend für Städte mit besonderer historischer Bausubstanz. Die Vorbereitungsgruppe der Tagung hat ganz bewusst eine mittelgroße Stadt wie Bamberg ausgewählt und möchte die besonderen Problemlagen und Herausforderungen in solchen Städten zum Thema machen, die aufgrund ihres Status (hier Welterbestätte) ihre Stadtentwicklung unter Wahrung des baukulturellen Erbes nur mit besonderen Problemen umsetzen können. Die aber auch, im Bewusstsein ihrer Besonderheit, Mittel und Wege finden, Lösungen zu generieren und damit zum Vorbild für andere werden können.
Wie kann Baukultur oder auch der Status als Welterbe genutzt werden, um einerseits das historische Stadtgefüge zu erhalten und andererseits die Bedarfe und Bedürfnisse einer sich wandelnden Gesellschaft erfüllen zu können?
Kein Gegeneinander sondern ein Miteinander ist erforderlich, um dauerhafte positive Entwicklungen zu fördern. Die eigenen Interessen wahrnehmen, aber nicht die Interessen des Gesamtgemeinwesens außer Acht lassen, das ist der Weg, der bei Ansiedelungen größerer Einzelhandelseinrichtungen genauso zu beachten ist, wie beim Umbau oder der Nutzung von Denkmälern.
Anhand von Beispielen soll die Tagung Wege zeigen, wie Lösungen erreichbar sind, um die Städte zukunftsfähig zu machen ohne Vernachlässigung ihres historischen Erbes. Für die entsprechende Diskussion verbleibt nach den jeweiligen Fachvorträgen ausreichend Zeit.
Im Anschluss an die Tagung besteht die Möglichkeit zum Besuch der Landesgartenschau. Der Eintritt ist in den Tagungsgebühren enthalten. Sie erhalten am Eingang zwei Tageskarten. Der Samstag bietet interessierten Tagungsteilnehmern die Möglichkeit, in zwei parallelen Führungen unterschiedliche Teile des Bamberger Welterbes kennenzulernen.
